Paul Simon

Seit Jahrzehnten finden sich in Paul Simons Werk Elemente einer spirituellen Suche. Damit ist kein esoterisches Gerede gemeint und keine Hallelujajubel. Diese Lieder sind von tiefen Zweifeln, Fragen, und von Humanismus und Ahnungen statt vermeintlichem Wissen durchzogen. Das machen sie für mich zutiefst „sprechend“, und zusammen mit dem verfeinerten Pop-Songwriting, das melodiös und gekonnt zugleich von Klischees und einfachen Wiederholungen Abstand nimmt, sind sie wunderbare „Türöffner“.
Beispiele: „Love“ (aus dem Album „You’re The One“), „Questions For The Angels“ und „The Afterlife“ (aus „So Beautiful Or So What“) und „Everything About It Is A Love Song“ (aus „Surprise“):

Locked in a struggle for the right combination–
Of words in a melody line
I took a walk along the riverbank of my imagination
Golden clouds were shuffling in the sunshine

But if I ever get back to the twentieth century
Guess I’ll have to pay off some debts
Open the book of my vanishing memory
With its catalog of regrets
Stand up for the deeds I did, and those I didn’t do
Sit down, shut up, think about God
And wait for the hour of my rescue

We don’t mean to mess things up, but mess them up we do
And then it’s “Oh, I’m sorry”
Here’s a smiling photograph of love when it was new
At a birthday party
Make a wish and close your eyes
Surprise, surprise, surprise

Early December, and brown as a sparrow
Frost creeping over the pond
I shoot a thought into the future, and it flies like an arrow
Through my lifetime, and beyond

If I ever come back as a tree, or a crow
Or even the windblown dust
Find me on the ancient road
In the song when the wires are hushed
Hurry on and remember me, as I’ll remember you
Far above the golden clouds, the darkness vibrates
The earth is blue

And everything about it is a love song

Was an neuen Liedern dieser Suche noch hinzuzufügen wäre, wird sein Album „Stranger To Stranger“ am 3. Juni zeigen.

Isolation

Isoliert2
Ein Schnappschuss aus der U-Bahn: der junge Mann hat sich doppelt von seiner Umgebung isoliert, indem er Musik hört und gleichzeitig im Netz unterwegs ist; gegen die Müdigkeit nimmt er einen Energydrink zu sich.

Vielleicht ist es die steigende Häufigkeit, in der ich diesem Bild begegne, aber meiner Meinung nach ist an dieser speziellen Mischung aus Isolation und (medialer) Stimulation etwas grundlegend nicht in Ordnung.

Symptom einer Zeit, die kein Zuhause mehr ist?

„The words of the prophets“

The words of the prophets
Are written on the subway walls
And tenement halls

Das Lied kenne ich seit der Schulzeit. Der Vater eines Klassenkameraden hatte mir (ich nehme an, das war so 7. Klasse) „Sounds of silence“ vorgespielt und mir einiges über die Bedeutung des Titels für die Flower power – Generation erzählt. Alles etwas linksliberal, und natürlich sehr konkret politisch-sozialkritisch: Kultur als Recht der Benachteiligten, die sich für ihre Poesie oder Kunst nun mal nicht Leinwand oder edle Paperblanks leisten könnten, deswegen Graffiti in Bahnhöfen. Oder so ähnlich. Ist auch alles ganz gut und richtig. Weiterlesen

Was heißt das für uns?

Wenn es nicht mehr nur ein paar Esoteriker behaupten, dass Glück kausal nichts mit materiellem Wohlstand zu tun hat, was heißt das dann für unsere Gesellschaft, die auf genau diesem Weg verbissen weitermarschiert?

Reichtum nimmt alle Sorgen? Von wegen: Eine Studie des US-amerikanischen Gallup-Instituts zeigt, dass die Menschen in Lateinamerika weltweit am glücklichsten sind. Auch das Schlusslicht aus Südostasien überrascht.

Was ist an unserer Mythologie falsch, und was sollten wir ändern?

Zum Bericht

Gibt es den Weihnachtsmann?

Auszug aus einem SPIEGEL-Interview mit Lana Del Rey:

Haben Sie als Kind auch an den Weihnachtsmann geglaubt?
Oh ja! Ich war fest von seiner Existenz überzeugt. Meine Mutter schrieb immer kleine Botschaften an uns, die angeblich vom Weihnachtsmann waren. So wie „Danke für die Kekse. Ich hoffe, dir gefallen meine Geschenke. Viele Grüße, W.“

Fühlten Sie sich betrogen, als Sie die Wahrheit erfuhren?
Ich war zwölf Jahre alt und schockiert und forderte meinen Vater auf, mir die Wahrheit zu sagen: „Dad, gibt es den Weihnachtsmann?“ Er schüttelte betreten den Kopf, und ich war fassungslos – „Was?“ Ich wollte dann wissen, wozu der ganze Zirkus mit den Märchen gut sein soll.

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Das Ende von „Lichter der Großstadt“

Charlie Chaplins 1930/31 gedrehter Film „Lichter der Großstadt“/“City Lights“ enthält Chaplin selbst zufolge in der Schlußszene den „besten schauspielerischen Moment“ seiner Karriere.

Er ist zugleich regelmäßig in den „Top-10-Listen der ergreifendsten oder besten Schlußszenen der Filmgeschichte“ zu finden. Aus gutem Grund: wenn Sie den Film kennen, ist das ein einfacher Test, um zu prüfen, wie es um Ihre Empathie steht.

Sehen Sie selbst: Weiterlesen