Paul Simon

Seit Jahrzehnten finden sich in Paul Simons Werk Elemente einer spirituellen Suche. Damit ist kein esoterisches Gerede gemeint und keine Hallelujajubel. Diese Lieder sind von tiefen Zweifeln, Fragen, und von Humanismus und Ahnungen statt vermeintlichem Wissen durchzogen. Das machen sie für mich zutiefst „sprechend“, und zusammen mit dem verfeinerten Pop-Songwriting, das melodiös und gekonnt zugleich von Klischees und einfachen Wiederholungen Abstand nimmt, sind sie wunderbare „Türöffner“. Weiterlesen

„The words of the prophets“

The words of the prophets
Are written on the subway walls
And tenement halls

Das Lied kenne ich seit der Schulzeit. Der Vater eines Klassenkameraden hatte mir (ich nehme an, das war so 7. Klasse) „Sounds of silence“ vorgespielt und mir einiges über die Bedeutung des Titels für die Flower power – Generation erzählt. Alles etwas linksliberal, und natürlich sehr konkret politisch-sozialkritisch: Kultur als Recht der Benachteiligten, die sich für ihre Poesie oder Kunst nun mal nicht Leinwand oder edle Paperblanks leisten könnten, deswegen Graffiti in Bahnhöfen. Oder so ähnlich. Ist auch alles ganz gut und richtig. Weiterlesen

Zitat: Selma Lagerlöf

„O, Kinder späterer Zeiten! Ich habe euch nichts Neues zu erzählen, nur das, was alt und fast vergessen ist. Sagen habe ich aus dem Kinderzimmer, wo die Kleinen auf niedrigen Schemeln um die Märchenerzählerin mit den weißen Haaren saßen, oder vom Holzfeuer in der Hütte, wo die Knechte und Kätner saßen und sich unterhielten, während der Dunst aus ihrer feuchten Kleidung drang und während sie Messer aus der um den Hals gehängten Lederscheide zogen, um Butter auf dickes, weiches Brot zu schmieren, oder von Sälen, wo alte Herren in wiegenden Schaukelstühlen saßen und, belebt vom dampfenden Punsch, von vergangenen Zeiten sprachen.“

– Selma Lagerlöf, aus Gösta Berling.