Dankbarkeit

Übersetzt aus einem Artikel von Global Animal vom November 2010:

Der San Francisco Chronicle berichtete auf der Titelseite von einer Buckelwalkuh, die sich in einem richtigen Spinnennetz aus Angelleinen, Fischernetzen und Krabbenfallen verfangen hatte. Die hunderte Kilo schwere Last machte es ihr bereits schwer, regelmäßig an die Oberfläche zu kommen. Die Schnüre hatten sich hunderte von Metern lang um ihren Körper und die Flossen gewickelt; ein Plastikseil zog sich durch ihren Mundwinkel.

Ein Fischer sichtete den Wal in der Nähe der Golden Gate-Brücke östlich der Farallon Inseln und rief eine Umweltschutzgruppe um Hilfe. Innerhalb weniger Stunden war ein Rettungsteam da, das feststellte, dass es schon so schlimm um den Wal stand, dass nur ein Taucheinsatz helfen könnte. Stundenlang arbeiteten die Retter mit gebogenen Messern, mit denen sie vorsichtig das Labyrinth verstrickter Schnüre lösten und schließlich Erfolg hatten.

Die Taucher berichteten danach, dass die Walkuh Freudenkreise geschwommen sei, sowie sie sich wieder frei bewegen konnte. Und dann sei sie zu jedem Taucher geschwommen, um jedem ihrer Retter einzeln mit einem Stupser eine Art Dankeschön zu geben. Einige der Taucher sagten, das sei der schönste Moment ihres Lebens gewesen.

Der Taucher, der der Walkuh die Schnur durchtrennte, die durch ihr Maul verlaufen war, berichtete, ihre Augen hätten ihn dabei die ganze Zeit verfolgt. Und sein Leben sei seitdem anders geworden.

Was sagt eine Geschichte wie diese der eigenen Mythologie?

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